China senkt Yuan erneut ab
Mittwoch, den 12. August 2015 um 08:52 Uhr

Während in Europa das Augenmerk auf Griechenland lag, korrigierte der chinesische Börsenindex, der Shanghai Composite, binnen eines Monats um 32,4%. Erst eine starke Intervention der chinesischen Notenbank ließ diese 3.500er Shanghai Composite Marke halten. Zuvor hatte sich die Chinesische Börse binnen 1 Jahres mehr als verdoppelt. So stieg der Index von 2.193 Punkten im Juni diesen Jahres auf sein Allzeithoch von 5.178 Punkten.

Nach solch einem hohen Anstieg hätte der Markt für gewöhnlich ein Potential für eine 50% Korrektur gehabt. Doch der chinesische Leitzins wurde Ende Juni um -0,25% auf 4,85 % gesenkt. Außerdem stellte die chinesische Regierung umgerechnet 483 Mrd. Dollar zur Stützung der chinesischen Wirtschaft zur Verfügung. Aktien wurden zu Beginn vom Börsenhandel ausgesetzt. Kredite an Broker vergeben, damit sie große Börsentitel erwerben konnten. Die chinesische Securities Finance Corporation (CSF) sollte zur weiteren Stützung in nicht näher genannter Größe mittlere und kleinere Unternehmen kaufen. Das schwächelnde chinesische Wirtschaftswachstum sollte durch die Erhöhung von Staatsausgaben und durch Beschleunigung von Investitionen in Infrastruktur angekurbelt werden.

Als dann im Juli die chinesischen Exporte um 8,3 % im Vergleich zum Juli des Vorjahres sanken und der Verband der chinesischen Automobilindustrie (CAAM) bekanntgab, dass die Autoexporte um 16,3 % im Jahresvergleich (13,5 % in der ersten Jahreshälfte 2015) sanken, teilte die chinesische Notenbank gestern mit, mit einer Währungsintervention ihre Exportwirtschaft stützen zu wollen. Die Landeswährung solle dem Wortlauf nach "dem Markt anpaßt werden". Daher wurde gestern der Yuan um 2 % gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Die exportlastige deutsche Börsenindex, der DAX, korrigierte daraufhin mit 2,68% und schloß mit 11.293 Punkten.

Nun senkte heute die chinesische Notenbank erneut wieder den Yuan um weitere 1,6 % gegenüber dem US-Dollar ab. Der DAX verliert daher gegenwärtig rund erneut um die 2,5 % und liegt leicht oberhalb der 11.000 Marke. Der Euro steigt um rund 0,9 % und notiert bei 1,1131 $ je Euro.

Davon abgesehen hält China rund 3,82 Billionen US-Dollar als Währungsreserve. Mit diesen beiden Währungsinterventionen von insgesamt 3,6 % stärkt das rohstoffinteressierte China nicht nur seine Exportwirtschaft, sondern erhöht damit auch gleichzeitig real die Kaufkraft seiner Dollar Reserven um 138 Mrd. US-Dollar.

 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren