Großbritannien verläßt nach Brexit-Wahl die EU PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 24. Juni 2016 um 15:30 Uhr

Mit knapp 52% stimmten die Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union. Der DAX brach daraufhin gleich zur Eröffnung 10% ein. Doch er konnte sich sehr schnell wieder 300 Punkte höher fangen und über 9.500 Punkten stabilisieren. Damit gab der DAX seinen gesamten Brexit-Vorwochengewinn von rund 700 Punkten ab und notiert gegenwärtig bei sehr guten 9.634,83 Punkten.

Die asiatischen Märkte traf es dagegen bereits vor der Bekanntgabe der Brexit-Entscheidung härter. Der japanische Nikkei verlor deutliche 7,92% bei 14.952 Punkten. Hongkong gab im Hang Seng Index 2,9% auf 20.259 Punkten nach. Selbst die ansonsten relativ unabhängigen Australier verloren rund 3,1% im ASX200-Index. 

Wie erwartet stürzte das Britische Pfund gegenüber dem Euro zeitweise um 7% von 1.31 Euro auf rund 1.23 Euro und zeitweise über 10% gegenüber dem US-Dollar auf 1,34 Dollar. Die Briten deckten sich in Erwartung dieses Ausgangs am Vortag mit Euros und US-Dollars ein. Großbritannien ist primär ein Importland. Den 551 Mrd. Euro Importen standen lediglich 405 Mrd. Euro Exporte ( davon 40% in die Eurozone) gegenüber. Damit besteht tendenziell ein Interesse an einer starken Währung. Kurzfristig wirkt sich die Pfundschwäche zwar belastend auf den Konsum in England aus. Waren werden für Engländer teurer. Doch mittelfristig geht es im Kern vielmehr um die Frage, wie stabil der Euro zukünftig sein wird. Erst dann kann dieser Schritt Englands tatsächlich beurteilt werden. Für Deutschland bedeutet der Austritt Englands neben den zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Spannungen im Euroraum einen niedrigeren Export nach England. Damit könnte das Wachstum Deutschlands um rund 0,5% sinken. 

Am härtesten traf es jedoch heute die Bankenwerte. Sie brachen sehr deutlich ein. Die Deutsche Bank verlor 12%, Lloyds  21 %, Barclays 22% und die griechische Alpha Bank sogar 30%.

Gefragt waren dagegen Anleihen und Gold. Gold stieg zeitweise über 4% und notiert gegenwärtig bei 1.313 Dollar/Unze. Das Öl dagegen verliert 4,3% und notiert bei rund 48,5 Dollar/Barrel.



 

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